Mit der Rückkehr des G9 stand das Obermenzinger Gymnasium vor einer sehr konkreten Aufgabe: Ab September 2025 kamen mit der 13. Jahrgangsstufe rund 45 zusätzliche Schülerinnen und Schüler an den Campus. Die bestehende Mensa reichte dafür nicht mehr aus. Innerhalb von gut einem Jahr entstand deshalb mit Haas ein neuer Zwischenbau, der zwei bestehende Schulgebäude verbindet. Er schafft nicht nur mehr Platz für das gemeinsame Mittagessen, sondern auch für zwei Klassenzimmer und einen modern ausgestatteten Chemiesaal.

Die Münchner Schulstiftung Ernst v. Borries wurde 2005 gegründet. Als gemeinnützige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts fördert sie Bildung, Erziehung und Kultur. Heute trägt sie in München zwei Gymnasien, eine Grundschule und zwei Kindertagesstätten. Insgesamt werden nach Angaben von Geschäftsführerin Dr. Ursula Berktold rund 850 bis 900 Kinder betreut, hinzu kommen etwa 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Am Campus des Obermenzinger Gymnasiums sind es knapp 400 Schülerinnen und Schüler sowie rund 70 bis 80 Beschäftigte. Als Bayern vom achtjährigen wieder zum neunjährigen Gymnasium zurückkehrte, war deshalb früh absehbar, dass sich der Platzbedarf verändern würde. Mit dem zusätzlichen Jahrgang kamen im September 2025 rund 45 Schülerinnen und Schüler hinzu. Vor allem die bisherige Mensa war für diese Größenordnung nicht mehr ausreichend.

Die Lösung war kein freistehender Neubau, sondern ein Zwischenbau auf dem bestehenden Schulgelände. Er verbindet zwei vorhandene Gebäude miteinander und ergänzt genau die Flächen, die am Campus gebraucht wurden. Neben einer deutlich größeren Mensa entstanden zwei weitere Klassenzimmer und ein neuer Chemiesaal mit modernen Schülerarbeitsplätzen.

„Wir waren sehr dankbar, dass die Firma Haas das so realisieren konnte, dass wir das wirklich in dem einen Jahr, das zur Verfügung stand, geschafft haben.“

- Dr. Ursula Berktold, Stellvertretende Vorsitzende der Münchner Schulstiftung & Geschäftsführung

Für die Stiftung war nicht nur entscheidend, was gebaut werden sollte, sondern auch wann es fertig sein musste. Der zusätzliche Jahrgang stand fest, der Schulbeginn im September 2025 ebenso. Für Planung und Umsetzung gab es damit wenig Spielraum. Die Bauarbeiten begannen Ende Juli 2024. Mitte September 2025 war das Gebäude fertig und konnte zum ersten Schultag genutzt werden. Die Entscheidung für die Holzbauweise hing für Berktold auch mit diesem engen Zeitfenster zusammen. Die schnelle Umsetzung war ein wichtiger Punkt, daneben spielte nach ihrer Einschätzung auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Zu Haas kam die Stiftung über eine persönliche Empfehlung. Bereits zwei bis drei Jahre vor dem eigentlichen Bau hatte Berktold ersten Kontakt zu einem damaligen Haas Mitarbeiter, der sie schon in der Vorplanung unterstützte.

Eine zusätzliche Herausforderung war der laufende Schulbetrieb. Während rundherum weiter unterrichtet wurde, musste mitten auf dem Campus gebaut werden. Die Baustelle wurde entsprechend abgesichert und die Arbeiten mit dem Schulalltag abgestimmt. Wenn Prüfungen oder Schulaufgaben anstanden, wurden lärmintensive Arbeiten koordiniert. Während der Abiturphase wurde darauf nach Berktolds Erinnerung vollständig verzichtet.

Gerade angesichts dieses engen Rahmens bewertet sie die Zusammenarbeit mit Haas sehr positiv. Termine seien zuverlässig eingehalten worden, das Architektenteam und Haas hätten gut zusammengearbeitet und auch die weiteren Gewerke seien gut koordiniert gewesen. Dass der Neubau trotz laufenden Schulbetriebs innerhalb des vorgegebenen engen Zeitrahmens bezugsfertig wurde, ist für sie rückblickend einer der entscheidenden Punkte des Projekts.

Heute fällt Berktold zunächst die Fassade ins Auge. Der Neubau hebt sich bewusst von den bestehenden weißen Gebäuden ab. Die Holzfassade ist blau grundiert und mit einer senkrechten, naturfarbenen Lattung versehen. Je nach Blickwinkel verändert sich dadurch ihre Wirkung. Vor dem Bau habe es durchaus die Sorge gegeben, dass der Zwischenbau zwischen den bestehenden Häusern zu massiv wirken könnte. Nach Berktolds Wahrnehmung nimmt die gegliederte Fassade dem Gebäude genau diese Wirkung. Die Rückmeldungen aus dem Umfeld seien bislang positiv.

Noch wichtiger ist für sie allerdings, wie das Gebäude innen angenommen wird. Im Erdgeschoss ist ein großer Speiseraum mit großen Fensterflächen entstanden. Die Schülerinnen und Schüler nutzen ihn nicht nur zum Essen, sondern bleiben dort auch gerne länger sitzen. Aus einer Mensa, die vor dem Umbau zu klein geworden war, ist damit ein neuer Treffpunkt auf dem Campus geworden.

Auch für das Küchenteam haben sich die Bedingungen verändert. Die Köchinnen und Köche verfügen heute über einen größeren Küchenbereich mit Tageslicht und einer großzügigen Ausgabe. Zuvor waren die räumlichen Verhältnisse deutlich beengter. Berktold beschreibt die Atmosphäre in den neuen Räumen als warm und das Raumklima als angenehm. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hätten die Räume unmittelbar angenommen.

„Die Schüler fühlen sich sehr, sehr wohl, bleiben da auch länger gerne sitzen. Die neue Mensa ist ein richtig tolles Zentrum der Schule geworden.“

Der Neubau hat damit eine Aufgabe gelöst, die durch die Rückkehr des G9 ganz praktisch entstanden war. Rund 45 zusätzliche Schülerinnen und Schüler brauchten ab September 2025 Platz am Obermenzinger Gymnasium. Heute verbindet das Gebäude zwei bestehende Häuser, erweitert die Unterrichtsflächen und gibt dem Campus mit der neuen Mensa zugleich einen Raum, der über seine ursprüngliche Funktion hinaus genutzt wird. Für Berktold ist gerade das ein Ergebnis, über das sie sich im Schulalltag immer wieder freut.