Von Augsburg und Göppingen nach Essenbach
Der Weg zum eigenen Haus begann mit einem Grundstück, das nicht erst gesucht werden musste. Rainers Großvater hatte das weitläufige Gelände einst gekauft. Ein Teil davon wurde nun zum Bauplatz für die nächste Generation. Direkt nebenan wohnt Rainers Mutter. Dass die beiden hier bauen konnten, war für das Paar ein Glücksfall. Zumal das Grundstück reichlich Platz und einen großen Garten bietet. Ganz unkompliziert war der Start trotzdem nicht. Obwohl das Grundstück zur Familie gehörte und sich in unmittelbarer Nachbarschaft bereits ein Wohnhaus befand, wurde es baurechtlich dem Außenbereich zugeordnet. Bis die Voraussetzungen für den Hausbau geklärt waren, brauchte es deshalb Geduld.
Rainer in Augsburg, Stephanie in Göppingen. Für beide war es das erste eigene Bauprojekt. Sie wussten früh, dass sie ein Fertighaus in Holzbauweise wollten, und verglichen mehrere Anbieter. Wichtig war ihnen außerdem, möglichst regional zu bauen. Eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis, wo bereits jemand mit Haas gebaut hatte, bestärkte sie darin, sich näher mit dem Unternehmen zu beschäftigen.
- Bauherr Rainer Wagner, Essenbach
Ein Hausbau über viele Kilometer
Die räumliche Entfernung machte die Organisation zu einem entscheidenden Punkt. Wer in Augsburg und Göppingen lebt, kann nicht jeden Tag auf einer Baustelle in Essenbach sein und alle Handwerker selbst koordinieren. Deshalb suchten die beiden nach einem Anbieter, der möglichst viele Leistungen übernimmt. „Wir wollten halt auch so ein Komplettpaket“, erzählt Rainer. Mit der Abstimmung während der Bauphase war er zufrieden. Natürlich kamen die beiden regelmäßig vorbei, um zu sehen, wie ihr Haus Gestalt annahm. Doch sie mussten nicht alles selbst in die Hand nehmen.
Wie das Haus aussehen sollte, entwickelte sich Schritt für Schritt. Das Paar sah sich viele Häuser an, sammelte Ideen im Internet und besuchte Fertighausausstellungen. Dabei gefiel ihnen besonders die Kombination aus heller Fassade und einem sichtbaren Holzbereich. Die Holzverkleidung sollte bewusst zeigen, aus welchem Material ihr Haus gebaut ist. So entstand ein zurückhaltend gestaltetes Haus mit einem markanten Fassadendetail.
Viel Platz, auch ohne Keller
Auch beim Grundriss nutzten sie die Möglichkeiten des Grundstücks. Das Haus bietet 184 qm Wohnfläche. Auf einen Keller verzichteten sie bewusst. Statt in die Tiefe zu bauen, wollten sie die vorhandene Grundstücksfläche nutzen. Der Verzicht auf einen Keller sparte nicht nur Kosten, sondern auch Beton und damit verbundene CO₂-Emissionen. Für die Haustechnik wurde deshalb ein eigener Raum eingeplant; Stauraum gibt es unter anderem auf dem großen Dachboden. Bisher vermissen sie den Keller nicht. Die Raumaufteilung passt zu ihrem Alltag: Beide benötigen einen eigenen Arbeitsplatz für das Homeoffice, deshalb gibt es zwei Büros. Auch ein weiteres Zimmer ist vorgesehen, das später einmal als Kinderzimmer genutzt werden könnte. Heute wohnen die beiden zusammen mit ihrer Katze im Haus. Viele Entscheidungen trafen sie mit Blick darauf, wie sie die Räume jetzt nutzen und wie sich ihr Leben künftig verändern könnte. S haben Rainer und Stephanie auch an die Zukunft gedacht. Das Haus ist so angelegt, dass Erd- und Obergeschoss bei Bedarf einmal getrennt bewohnt werden könnten, etwa wenn später ein erwachsenes Kind oben und die beiden unten leben möchten. Deshalb liegt die Treppe im Eingangsbereich und nicht mitten im Wohnraum. In der Ankleide im Obergeschoss haben sie vorsorglich bereits Küchenanschlüsse verlegen lassen.
Eine große Hebeschiebetür öffnet den Wohnbereich zur Terrasse und gibt den Blick auf das Grundstück frei.
Rainer und Stephanie verbringen gerne Zeit in der Natur und wollten das viele Grün rund um das Haus auch von drinnen genießen können. Für die beiden ist das keine Nebensache: Der große Garten war einer der Gründe, weshalb sie das Haus genau hier bauen wollten. Die große Hebeschiebetür ist deshalb zu einem ihrer Lieblingsplätze geworden. Von hier aus schauen sie hinaus auf die Bäume, beobachten Vögel und Eichhörnchen oder ihren Kater, der durch den Garten streift. Es sind diese kleinen Momente im Alltag, die die beiden an ihrem neuen Zuhause besonders schätzen.
Angekommen im eigenen Haus
Bei der Energieversorgung hatten die beiden von Anfang an eine klare Vorstellung. Eine Photovoltaikanlage war für Rainer Grundvoraussetzung. Das Paar fährt elektrisch, außerdem wird das Haus mit einer Wärmepumpe beheizt. Den selbst erzeugten Strom auch für das Auto und den eigenen Haushalt nutzen zu können, passte deshalb gut zu ihren Plänen. Die große Photovoltaikfläche auf dem Dach ist heute auch von außen ein prägendes Merkmal des Hauses. Nach dem ersten Winter ist Rainer mit der Wärmedämmung zufrieden. Wenn die Sonne im Winter die Räume erwärmt, hält sich die Wärme nach seiner Erfahrung lange im Haus. Der erste Sommer brachte allerdings auch eine Erkenntnis: An heißen Tagen wurde es im Haus deutlich wärmer, als sich die beiden gewünscht hätten. Rückblickend hätten sie gerne eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion gewählt. Diese Erfahrung gehört für Wagner ebenso zur Bilanz des ersten Jahres wie die vielen Entscheidungen, die sich im Alltag bewährt haben.
Im Mai 2025 bekamen sie die Schlüssel, Ende Juli zogen sie ein. Seine Partnerin arbeitet weiterhin in der Gegend von Göppingen. Wenn sie nach Hause kommt und die Einfahrt entlangfährt, freut sie sich jedes Mal über den Anblick des Hauses. Auch die ausgewählten Böden und die Raumgestaltung gefallen den beiden nach wie vor. Schon während der Bauphase bekamen sie von Handwerkern, die am Haus arbeiteten, viele positive Rückmeldungen. Heute ist der Hausbau für das Paar nicht mehr nur eine lange Reihe von Planungsentscheidungen. Aus dem Grundstück der Familie ist ihr erstes gemeinsames Zuhause geworden, mit Platz für Arbeit, Freizeit und vielleicht später mehr. Die Nähe zur Familie, der Garten vor der Tür und ein Haus, das sie nach ihren Vorstellungen gestalten konnten, machen für die beiden den Unterschied. Und wenn sie nach einer Arbeitswoche wieder die Einfahrt hinauffahren, ist das schönste Detail oft ganz einfach: dass sie angekommen sind.

















