
Es ist ein Stück gelebte Tradition. Seit Generationen wird hier gekocht, gefeiert, gelacht. Und doch war irgendwann klar, dass etwas Neues entstehen darf. Der Wunsch war, Bewährtes zu bewahren und zugleich Raum für die Zukunft zu schaffen. „Wir wollten keine halbe Lösung“, sagt Binderberger. „Das Alte war schön, aber es war an vielen Stellen einfach nicht mehr sinnvoll zu erweitern. Also haben wir beschlossen, ganz neu zu denken.“ In Kasten bei Falkenberg hat ein Haus mit Geschichte ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Wirtshaus Binderberger, heute bekannt als kasten12, steht seit über 150 Jahren für Begegnung, gutes Essen und gelebte Dorfgemeinschaft. Mit dem jüngsten Umbau ist es gelungen, das Beste aus zwei Welten zu vereinen – das Gewachsene zu bewahren und zugleich Raum für Neues zu schaffen.
„Uns war wichtig, dass die Seele des Hauses bleibt“, sagt Sabine Binderberger. Gemeinsam mit Christian Ringhoffer führt sie das traditionsreiche Wirtshaus in sechster Generation. „Hier treffen sich die Vereine, hier wird gefeiert, hier gehört jeder ein Stück dazu. Das sollte so bleiben, aber in einer Umgebung, die den Ansprüchen von heute gerecht wird.“ Im Zuge des Umbaus wurde das bestehende Gebäude erweitert und modernisiert. Der Saal und der Wintergarten wurden saniert, hinzu kam ein großzügiger Neubau, in dem nun das Restaurant untergebracht ist. Die Architektur verbindet Holz, Licht und Offenheit – ein Raum, der Wärme ausstrahlt und zugleich zeitgemäß wirkt.
„Wir wollten einen Bau, der zu uns passt, handwerklich solide und trotzdem modern. Holz war dafür der richtige Weg“, sagt Binderberger. Dass die Wahl auf Haas Fertigbau fiel, lag nahe. Die Familie ist seit Generationen mit dem Unternehmen verbunden, viele Verbindungen reichen bis in die Lehrzeit des Vaters zurück. Der Bau selbst lief reibungslos. Von Oktober bis Weihnachten wurde außen alles fertiggestellt, damit der Betrieb im Frühjahr wieder anlaufen konnte. Während der Bauphase blieb das Wirtshaus teilweise geöffnet – eine logistische Herausforderung, die dank guter Planung gelang.
Heute zeigt sich das Ergebnis als gelungene Symbiose aus Tradition und Gegenwart. Die Fassade aus Holz fügt sich in das Ortsbild ein, die neuen Räume sind hell, großzügig und zugleich vertraut. Hier treffen sich weiterhin die Adler-Schützen und andere Vereine, die das Haus seit Jahrzehnten prägen. Im Restaurant selbst spürt man die Handschrift der Gastgeber. Regionale Küche, neu gedacht, mit ehrlichen Zutaten und handwerklichem Anspruch. „Wir kochen bodenständig, aber mit dem Blick über den Tellerrand“, erklärt Ringhoffer. „Das Kastener Bratl steht genauso auf der Karte wie feine Menüs bei unseren Genussabenden.“
An Wochenenden gibt es à la carte, unter der Woche sind Feiern und Veranstaltungen nach Reservierung möglich. So bleibt das Haus lebendig – offen für Neues, verwurzelt im Alten. Das Wirtshaus Binderberger ist heute ein Ort, der Geschichte erzählt und Zukunft atmet. Ein Haus, das zeigt, wie Tradition lebendig bleibt, wenn man ihr Raum gibt – aus Holz, mit Herz und Haltung.