Mehr als 20 Jahre arbeitete Christian Pickelmann mit seiner Möbelwerkstatt in gemieteten Räumen. Als sich der geplante Kauf des letzten Mietobjekts 2023 kurzfristig zerschlug, wurde aus dem Wunsch nach einer eigenen Werkstatt ein konkretes Bauvorhaben.

Die Möbelwerkstatt Pickelmann wurde 2002 gegründet. Christian Pickelmann startete zunächst allein, 2004 kam der erste Auszubildende hinzu. Er ist bis heute im Unternehmen und inzwischen Werkstattleiter. Auch heute bildet der Betrieb selbst aus. Der Schwerpunkt liegt auf individuellem Möbelbau für Privatkunden, Architekten und Einrichter. Verarbeitet werden neben Massivholz und Furnier auch Lackoberflächen, Glas, Stein und Metall. Die meisten Projekte entstehen in der Region, für einzelne Aufträge ist das Team aber auch überregional und im Ausland unterwegs. Heute beschäftigt die Möbelwerkstatt zwölf Mitarbeiter. Viele Aufträge entstehen im näheren Umkreis des Standorts, meist innerhalb von 20 bis 30 Kilometern. Hinzu kommen Projekte, für die das Team auch weitere Wege zurücklegt. Im Jahr 2026 war die Möbelwerkstatt beispielsweise für Arbeiten in Südfrankreich, Spanien und Italien unterwegs. Bei den Auftraggebern handelt es sich überwiegend um Privatkunden. Darüber hinaus arbeitet Pickelmann mit Architekten und Einrichtern zusammen, mit denen sich über die Jahre feste Kontakte entwickelt haben. 

Seit der Gründung arbeitete die Schreinerei in gemieteten Gebäuden. Nach einem Umzug im Jahr 2013 sollte das damalige Mietobjekt 2023 schließlich gekauft werden. Als daraus kurzfristig nichts wurde, nahm die Idee eines eigenen Neubaus Fahrt auf. Verschiedene Hallenlösungen kamen infrage, beim Material war die Richtung für Pickelmann jedoch früh klar.

Die Verbindung zu Haas hatte dabei eine kleine Vorgeschichte. Auch das Gebäude, in dem die Möbelwerkstatt zuvor zur Miete produziert hatte, war ursprünglich von Haas gebaut worden. Über einen Architekten aus der Region und die weitere Beschäftigung mit den Möglichkeiten im Gewerbebau entstand schließlich der Kontakt. Vor der Entscheidung besichtigte Pickelmann außerdem ein vergleichbares Referenzobjekt und machte sich selbst ein Bild davon, wie eine solche Halle im Alltag funktioniert. Für Pickelmann war es das erste eigene Bauvorhaben dieser Art. Deshalb wollte er sich nicht allein anhand von Plänen und Angeboten entscheiden. Beim Besuch des Referenzobjekts konnte er eine vergleichbare Halle ansehen und sich direkt mit dem Bauherrn über dessen Erfahrungen austauschen. Auch ein Besuch bei Haas in Falkenberg gehörte zur Vorbereitung. Dort bemusterte Pickelmann die Ausführung und konnte sich ansehen, wie die Bauteile für die Halle gefertigt werden.

 -Christian Pickelmann, Inhaber Möbelwerkstatt Pickelmann

Für die neue Werkstatt gab es einige klare Anforderungen. Das Grundstück ließ eine Halle von rund 50 mal 20 Metern zu. Diese Fläche wollte Pickelmann möglichst frei nutzen können. Stützen in der Hallenmitte sollten deshalb vermieden werden, die Konstruktion musste die gesamte Breite von rund 20 Metern überspannen. Haas konnte die dafür benötigten großen Träger selbst fertigen und montieren.

Auch die Raumhöhe war ein wichtiger Punkt. Im vorherigen Gebäude standen nur rund 3 Meter zur Verfügung. In der neuen Werkstatt sind es je nach Bereich etwa 5,5 bis 7 Meter. Trennwände innerhalb der eigentlichen Werkstatt gibt es nicht. Die Produktion findet auf einer großen, offenen Fläche statt. Die sichtbare Balkendecke ließ Pickelmann bewusst unverkleidet. Der Unterschied zum bisherigen Mietobjekt zeigt sich damit vor allem dort, wo täglich gearbeitet wird. Statt rund drei Metern Raumhöhe steht heute eine deutlich höhere und zusammenhängende Werkstattfläche zur Verfügung. Maschinen und Arbeitsbereiche werden weder durch Trennwände noch durch Stützen in der Hallenmitte voneinander getrennt. Als Schreiner schaut Pickelmann auch auf die verwendeten Bauteile und deren Verarbeitung. Den konstruktiven Holzbau sieht er zwar selbst eher als Bereich des Zimmererhandwerks. Die Qualität der großen Träger und der ausgeführten Holzdecken kann er aufgrund seiner eigenen Arbeit mit Holz dennoch beurteilen. 

Besonders die großen Träger und die sichtbare Deckenkonstruktion bewertet er positiv. Beim Besuch in Falkenberg konnte er außerdem sehen, wie wesentliche Bauteile für seine Halle direkt bei Haas gefertigt werden. Die großen Träger, Deckenelemente und weitere vorgefertigte Komponenten wurden anschließend auf die Baustelle gebracht und dort montiert. Gerade bei der von ihm gewünschten freien Spannweite war diese Fertigungsmöglichkeit ein wichtiger Punkt bei der Wahl des Baupartners.

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Für das Projekt spielte der Zeitplan eine wichtige Rolle. Die neue Werkstatt musste vergleichsweise schnell entstehen. Während der Bauphase wechselte die Bauleitung. Mit dem nachfolgenden Bauleiter lief die Koordination aus Sicht von Pickelmann zügig und verlässlich. Besonders positiv erinnert er sich an das Montageteam, das die Halle vor Ort aufstellte und auch kleinere Themen direkt löste.„In der Kürze, in der das alles passieren musste, hat es wunderbar geklappt.“

Vor allem die Montage der vorgefertigten Holzkonstruktion ist Pickelmann positiv in Erinnerung geblieben. Das Montageteam beschreibt er rückblickend als „sensationell gut“. Natürlich muss während der Umsetzung immer wieder etwas geklärt werden, diese Unwägbarkeiten wurden aus seiner Sicht schnell gelöst. Für ihn war dabei vor allem wichtig, dass bei dem ohnehin engen Zeitplan keine langen Abstimmungswege entstanden. Dass die Halle heute so funktioniert, wie er sie vor dem Bau geplant hatte, ist für Pickelmann am Ende der entscheidende Maßstab. Die große Raumhöhe, die freie Spannweite und die offene Werkstattfläche waren keine gestalterischen Extras, sondern Anforderungen, die sich aus der täglichen Arbeit des Betriebs ergeben hatten.

Heute arbeitet die Möbelwerkstatt erstmals in einem Gebäude, das von Anfang an für den eigenen Betrieb geplant wurde. Mehr Raumhöhe, eine offene Werkstatt ohne Stützen in der Hallenmitte und die sichtbare Holzkonstruktion entsprechen genau den Punkten, die Christian Pickelmann vor dem Bau wichtig waren. Nach vielen Jahren in gemieteten Räumen hat die Möbelwerkstatt damit seit 2025 ihren eigenen Standort in Hohenstadt bei Pommelsbrunn gefunden.